Offenlegungspflicht für AI-Inhalte in New York ab 9. Juni 2026: Was EU-Creator mit US-Publikum wissen müssen
Ab dem 9. Juni 2026 verlangt der Bundesstaat New York eine Offenlegung beim Einsatz von KI-generierten digitalen Replikaten in Werbung. Was bedeutet das für europäische Creator mit US-amerikanischem Publikum? Praktischer Leitfaden mit Checkliste.

Ab dem 9. Juni 2026 verlangt der Bundesstaat New York von Werbetreibenden eine klare Kennzeichnung beim Einsatz KI-generierter „Digital Replicas" von Performern in Werbeanzeigen — und das betrifft auch EU-Creator, die ein US-Publikum über ihre Bio-Link-Page erreichen. In diesem Artikel erkläre ich, was das Gesetz genau vorsieht, wann du es einhalten musst und wie du deinen Workflow schon jetzt anpassen kannst. Springe zur 5-Schritte-Checkliste, wenn du direkt starten willst.
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Wichtige Begriffe: AI-Disclosure, Digital Replica und Synthetic Performer
- AI-Disclosure
- In einem Satz: Eine verpflichtende Kennzeichnung, die angibt, dass Inhalte ganz oder teilweise mit künstlicher Intelligenz generiert wurden.
- Digital Replica
- In einem Satz: Eine KI-generierte Reproduktion der Stimme, des Bildes oder der Ähnlichkeit einer Person, die nicht vom Original zu unterscheiden ist.
- Synthetic Performer
- In einem Satz: Eine vollständig von KI erschaffene „Person", die nicht auf einem existierenden Individuum basiert, aber als menschlich wirkt.
- Deployer (EU AI Act)
- In einem Satz: Die Partei, die ein KI-System in eigener Verantwortung einsetzt — oft der Creator oder die Marke, nicht der Toolmaker.
- FTC Disclosure Guidelines
- In einem Satz: Die Richtlinien der US Federal Trade Commission, die Transparenz in Werbung und Endorsements verpflichtend vorschreiben.
Was besagt das New Yorker Gesetz genau?
Kurze Antwort: Das Gesetz verpflichtet Werbetreibende, eine „clear and conspicuous"-Offenlegung anzubringen, wenn sie KI-generierte Digital Replicas von Performern in Werbung verwenden, die in New York gezeigt wird.
Das New Yorker Gesetz, das am 9. Juni 2026 in Kraft tritt, richtet sich speziell auf den Einsatz von Digital Replicas in kommerziellem Kontext. Das sind KI-generierte Reproduktionen existierender Personen — etwa eine Influencerin, deren Stimme oder Gesicht nachgebildet wird, ohne dass sie bei der Aufnahme physisch anwesend war.
Der Kern der Verpflichtung:
- Die Disclosure muss „clear and conspicuous" sein — keine kleingedruckten Hinweise am Seitenende
- Für die durchschnittliche Konsumentin muss sofort erkennbar sein, dass KI verwendet wurde
- Die Pflicht gilt für Werbung, die New Yorker Einwohnern gezeigt wird
Was das Gesetz nicht tut: Es verbietet nicht die Verwendung KI-generierter Inhalte. Es verlangt nur Transparenz. Das klingt einfach, aber die praktische Umsetzung wirft Fragen auf — besonders für Creator außerhalb der USA.
Fällt mein Content unter dieses Gesetz, wenn ich in der EU sitze?
Kurze Antwort: Wahrscheinlich ja, wenn du Werbung oder gesponserten Content mit einem signifikanten US-Publikum teilst — auch aus Berlin oder Wien.
Das Gesetz richtet sich danach, wo die Werbung gezeigt wird, nicht wo der Creator wohnt. Das bedeutet:
- Wenn du Instagram Reels, TikToks oder YouTube-Videos machst, die in New York angesehen werden, und dieser Content enthält KI-generierte Elemente echter Personen, fällst du potenziell unter das Gesetz
- Bio-Link-Pages mit Affiliate-Links zu US-Produkten sind eine Grauzone — sie sind keine „Werbung" im klassischen Sinne, können aber als kommerzieller Content gewertet werden
- Gesponserte Posts, in denen du eine Marke bewirbst, fallen praktisch sicher unter die Definition von „advertisement"
Die extraterritoriale Wirkung ist vergleichbar mit der DSGVO: Es geht darum, wen du erreichst, nicht wo dein Büro steht.
Wie verhält sich das zum EU AI Act?
Kurze Antwort: Der EU AI Act (Artikel 50) verlangt ebenfalls Disclosure für KI-generierte Inhalte, allerdings mit anderen Definitionen und einem breiteren Anwendungsbereich.
Artikel 50 des EU AI Act, der gestaffelt in Kraft tritt, stellt Transparenzpflichten für „Deployer" von KI-Systemen auf. Für Creator bedeutet das:
| Aspekt | New Yorker Gesetz | EU AI Act (Art. 50) |
|---|---|---|
| Inkrafttreten | 9. Juni 2026 | Gestaffelt ab 2024-2026 |
| Scope | Digital Replicas in Werbung | Alle KI-generierten Inhalte, die als „echt" wirken können |
| Wer muss offenlegen? | Werbetreibender | Deployer (oft der Creator) |
| Content-Typ | Kommerzielle Werbung | Deep Fakes, synthetische Medien, KI-Text im öffentlichen Kontext |
| Durchsetzung | New York Attorney General | Nationale Behörden der EU-Mitgliedstaaten |
| Bußgelder | Noch nicht festgelegt | Bis zu 3 % weltweiter Umsatz |
Für EU-Creator mit internationalem Publikum bedeutet das doppelte Compliance: Du musst beide Regime einhalten. Die gute Nachricht: Wenn du den strengsten Standard befolgst (wahrscheinlich den EU AI Act), erfüllst du automatisch die meisten anderen Anforderungen.
Praktische Szenarien pro Creator-Typ
Szenario 1: Fashion-Influencerin mit Affiliate-Links
Du nutzt KI, um Produkt-Mockups zu generieren oder dein eigenes Gesicht auf Outfits zu „setzen", die du nicht physisch trägst. Wenn dieser Content über deine Bio-Link-Page mit Affiliate-Links an US-Publikum geht, musst du eine Disclosure hinzufügen. Praktisch: Setze einen sichtbaren Tag auf das Bild oder eine Textzeile direkt darüber oder darunter.
Szenario 2: Podcast-Creator mit KI-generierten Intros
Du nutzt ein KI-Tool, um deine Intro-Stimme zu generieren oder zu „verbessern". Wenn das ein Replica deiner eigenen Stimme (oder der einer anderen Person) ist, fällt das unter das Gesetz, sobald du US-Hörer hast. Lösung: Erwähne in deinen Show Notes oder in der Beschreibung, dass KI für Audio-Elemente verwendet wurde.
Szenario 3: UGC-Creator für US-Marken
Du erstellst User-Generated Content für US-Marken, die KI-Tools nutzen, um dein Gesicht oder deine Stimme anzupassen. Hier liegt die primäre Verantwortung bei der Marke (dem Werbetreibenden), aber vertraglich kannst du haftbar gemacht werden. Sorge dafür, dass deine Verträge klare Regelungen enthalten, wer die Disclosure übernimmt.
Szenario 4: Educator mit KI-generierten Visuals
Du nutzt DALL-E oder Midjourney für Kurs-Thumbnails oder Illustrationen. Das fällt wahrscheinlich nicht unter das NY-Gesetz (keine Digital Replica einer Person), aber unter den breiteren EU AI Act, wenn die Bilder als „echt" wirken können. Best Practice: Füge trotzdem eine Disclosure hinzu — es kostet nichts und baut Vertrauen auf.
Szenario 5: Musiker mit KI-unterstützter Produktion
Du nutzt KI für Mastering, Stimmkorrektur oder sogar das Generieren von Backing Vocals. Solange das deine eigene Stimme betrifft und kein Replica eines anderen Künstlers ist, fällst du wahrscheinlich nicht unter das NY-Gesetz. Aber prüfe deine Plattenlabel-Verträge — manche enthalten bereits AI-Disclosure-Klauseln.
5-Schritte-Checkliste für AI-Disclosure-Compliance
- Auditiere deinen Content — Erstelle eine Liste aller Stellen, an denen du KI nutzt: Bilder, Audio, Video, Text. Notiere speziell, wo Digital Replicas von Personen vorkommen.
- Bestimme deine geografische Reichweite — Prüfe deine Analytics. Hast du signifikanten US-Traffic? >5 % aus New York? Dann musst du compliant sein.
- Wähle dein Disclosure-Format — Text-Overlay auf Visuals, Beschreibung in der Bio oder ein dedizierter „AI-Nutzung"-Abschnitt auf deiner Link-Page. Mach es sichtbar, nicht versteckt.
- Aktualisiere deine Bio-Link-Page — Füge ein allgemeines AI-Disclosure-Statement hinzu. In LinkDash kannst du das als festen Text-Block hinzufügen, der auf all deinen Seiten erscheint.
- Dokumentiere deinen Prozess — Notiere, welcher Content KI enthält und welche Disclosure du verwendet hast. Das schützt dich bei eventuellen Ansprüchen.
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Zweifelsfälle und Grauzonen
Zweifelsfall 1: KI-enhancte Fotos vs. Digital Replicas
Du nutzt Lightrooms AI-Denoise oder Photoshops Generative Fill, um ein Foto zu verbessern. Das ist technisch keine „Digital Replica" — dein originales Gesicht war bereits da. Das Gesetz scheint auf generierte Replicas ausgerichtet, nicht auf enhanced Originals. Es gibt allerdings noch keine Rechtsprechung. Sicherer Weg: Disclosure, wenn du zweifelst.
Zweifelsfall 2: KI-generierter Text in Captions
ChatGPT für deine Instagram-Captions fällt nicht unter das NY-Gesetz (kein „Performer"). Der EU AI Act ist strenger und kann Disclosure für KI-Text im kommerziellen Kontext verlangen. Praktisch: Die meisten Plattformen verlangen das (noch) nicht, aber das kann sich schnell ändern.
Zweifelsfall 3: Voice Cloning der eigenen Stimme
Du trainierst eine KI auf deine eigene Stimme und nutzt sie für Content. Juristisch komplex: Du bist sowohl der „Performer" als auch der „Deployer". Das Gesetz scheint auf den Schutz Dritter ausgerichtet, aber der Wortlaut kann auch Eigen-Stimm-Replicas umfassen. Warte auf Guidance oder füge präventiv eine Disclosure hinzu.
Zweifelsfall 4: KI-Avatare, die nicht dir ähneln
Du nutzt einen vollständig fiktiven KI-Avatar (Synthetic Performer). Das NY-Gesetz richtet sich auf „Digital Replicas" existierender Personen, also fallen vollständig fiktive Avatare wahrscheinlich nicht darunter. Der EU AI Act kann strenger sein, wenn der Avatar als „echter Mensch" wirkt.
Zweifelsfall 5: Reposten von KI-Content anderer
Du teilst ein KI-generiertes Video einer anderen Person auf deinem Kanal. Bist du jetzt der „Werbetreibende"? Wahrscheinlich nicht, wenn du keinen kommerziellen Vorteil ziehst, aber schon, wenn du es als gesponserten Content teilst. Die Verantwortung ist gestaffelt und noch nicht ausgereift.
Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Wende dich für deine spezifische Situation an einen Anwalt, insbesondere bei kommerziellen Aktivitäten mit US-Publikum.
Disclaimer und Quellen
Dieser Artikel basiert auf öffentlich verfügbaren Informationen zum New York Synthetic Performer Disclosure Gesetz und zum EU AI Act. Die genaue Durchsetzung und Auslegung dieser Gesetze wird sich entwickeln, sobald Rechtsprechung entsteht.
Verwendete Quellen:
- Dynamis LLP — AI Disclosure in 2026: Recent Developments and Practical Steps for Brands and Influencers
- EU AI Act — Artikel 50: Transparenzpflichten für Anbieter und Deployer bestimmter KI-Systeme
- FTC Endorsement Guides
- New York State Senate — Legislative Records
- European Commission — Regulatory Framework for AI
Häufig gestellte Fragen
Was ist AI-Disclosure genau?
AI-Disclosure ist eine verpflichtende Kennzeichnung, die angibt, dass Inhalte ganz oder teilweise mit künstlicher Intelligenz generiert wurden. Ziel ist Transparenz gegenüber der Konsumentin oder dem Konsumenten über den Ursprung dessen, was sie sehen oder hören.
Was ist ein Digital Replica laut Gesetz?
Ein Digital Replica ist eine KI-generierte Reproduktion der Stimme, des Bildes oder der Ähnlichkeit einer Person, die nicht vom Original zu unterscheiden ist. Das New Yorker Gesetz richtet sich speziell auf die Verwendung solcher Replikate in Werbung.
Was ist der Unterschied zwischen einem Digital Replica und einem Synthetic Performer?
Ein Digital Replica basiert auf einer existierenden Person, während ein Synthetic Performer eine vollständig von KI erschaffene „Person" ist, die nicht auf einem konkreten Individuum basiert. Das NY-Gesetz richtet sich primär auf Digital Replicas.
Was bedeutet „Deployer" im EU AI Act?
Ein Deployer ist die Partei, die ein KI-System in eigener Verantwortung einsetzt — oft also der Creator oder die Marke, die KI-Tools nutzt, nicht der Entwickler des Tools selbst.
Wann tritt das New Yorker AI-Disclosure-Gesetz in Kraft?
Das New York Synthetic Performer Disclosure Gesetz tritt am 9. Juni 2026 in Kraft. Creator und Marken haben bis zu diesem Datum Zeit, ihre Compliance-Prozesse vorzubereiten.
Gilt das Gesetz auch für EU-Creator ohne Unternehmen in den USA?
Wahrscheinlich ja, wenn du Werbung oder gesponserten Content mit einem signifikanten US-Publikum teilst — auch aus Berlin oder Hamburg. Das Gesetz richtet sich danach, wo die Werbung gezeigt wird, nicht wo der Creator wohnt.
Wie muss die Disclosure genau formuliert sein?
Das Gesetz verlangt, dass die Disclosure „clear and conspicuous" ist — klar und auffällig. Es ist keine exakte Formulierung vorgeschrieben, aber für die durchschnittliche Konsumentin muss sofort erkennbar sein, dass KI verwendet wurde. Beispiele: „Dieses Bild enthält KI-generierte Elemente" oder „AI-generated content".
Fällt KI-verbesserte Fotografie auch unter das Gesetz?
Das ist eine Grauzone. KI-Tools zur Foto-Verbesserung (Denoise, Color Correction) sind technisch keine „Digital Replicas", da dein originales Gesicht bereits vorhanden war. Das Gesetz scheint auf generierte Replikate ausgerichtet, nicht auf enhanced Originals, aber es gibt noch keine Rechtsprechung.
Welche Bußgelder drohen bei Nichteinhaltung?
Die exakte Bußgeldstruktur für das NY-Gesetz ist noch nicht festgelegt. Der EU AI Act kann Bußgelder bis zu 3 % des weltweiten Umsatzes verhängen. Für einzelne Creator ist Reputationsschaden oft das größere Risiko als finanzielle Sanktionen.
Muss ich auch alten Inhalten eine Disclosure hinzufügen?
Das Gesetz gilt ab dem 9. Juni 2026 für Werbung, die ab diesem Zeitpunkt gezeigt wird. Wenn alte Inhalte weiterhin aktiv beworben werden oder als Werbung laufen, musst du wahrscheinlich eine Disclosure hinzufügen. Archivierte Inhalte, die nicht mehr aktiv zirkulieren, fallen wahrscheinlich nicht unter den Geltungsbereich.
Wie verhält sich LinkDash zur AI-Disclosure-Compliance?
LinkDash unterstützt benutzerdefinierte Text-Blocks und Disclaimer, die du auf allen deinen Link-Pages anzeigen kannst. Du kannst eine AI-Disclosure-Erklärung hinzufügen, die automatisch auf allen deinen Seiten erscheint, sodass Besucher direkt informiert sind.
Wo finde ich den offiziellen Gesetzestext?
Das New Yorker Gesetz findest du über die Website des New York State Senate. Der EU AI Act, einschließlich Artikel 50 zu Transparenzpflichten, ist auf artificialintelligenceact.eu und in den offiziellen EU-Gesetzgebungsdatenbanken verfügbar.
Nächste Schritte
AI-Disclosure-Gesetzgebung ist in Bewegung. Die beste Strategie jetzt: Beginne mit Transparenz, bevor sie verpflichtend wird. Dein Publikum schätzt Ehrlichkeit, und frühe Compliance verhindert Stress, wenn das Gesetz tatsächlich durchgesetzt wird.
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Geschrieben von Andreas, Gründer von LinkDash.
Andreas
Gründer von LinkDash
Andreas ist Gründer von LinkDash. Seit 2025 baut er eine europäische Linktree-Alternative mit Wero- und iDEAL-Zahlungen, KI-Tools und Server-Side-Rendering für maximale GEO-/SEO-Leistung.
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