Kleinunternehmer-Regelung 2026: neue €25.000-Grenze für Creator erklärt
Seit 2025 gilt die neue €25.000-Umsatzgrenze für die Kleinunternehmer-Regelung in Deutschland. Was bedeutet das konkret für Creator und Freelancer in 2026? Komplette Erklärung mit Checkliste und allen wichtigen Steuerfragen.

Seit dem 1. Januar 2025 wurde die Kleinunternehmer-Grenze in Deutschland auf €25.000 Jahresumsatz angehoben. Das bedeutet: Kleine Unternehmer und Creators, die unter dieser Schwelle bleiben, müssen keine Umsatzsteuer berechnen oder abführen. Scrolle zur 5-Schritte-Checkliste, um zu sehen, ob diese Regelung für dich funktioniert.
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Definitionen: Kleinunternehmer-Begriffe erklärt
- Kleinunternehmer
- In einem Satz: Ein kleiner Unternehmer in Deutschland, der aufgrund niedriger Umsätze keine Umsatzsteuer an Kunden berechnen muss.
- Kleinunternehmerregelung
- In einem Satz: Die deutsche Steuerregelung, die kleine Unternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit, wenn sie unter der Umsatzgrenze bleiben.
- Umsatzsteuer
- In einem Satz: Die deutsche Mehrwertsteuer, standardmäßig 19% in Deutschland.
- Finanzamt
- In einem Satz: Das lokale Steueramt in Deutschland, das deine Gewerbeanmeldung und Steuererklärungen bearbeitet.
- Steuernummer
- In einem Satz: Deine deutsche Steuernummer, die du für Rechnungen und Steuererklärungen brauchst.
- Umsatz
- In einem Satz: Der Gesamtbetrag, den du in Rechnung stellst, ohne Umsatzsteuer.
Was ist die Kleinunternehmerregelung genau?
Kurze Antwort: Die Kleinunternehmerregelung ist eine deutsche Steuerbefreiung, durch die kleine Unternehmer keine Umsatzsteuer berechnen oder abführen müssen. Im Gegenzug darfst du auch keine Vorsteuer auf geschäftliche Einkäufe zurückfordern.
Die Regelung existiert schon seit Jahren, aber die Grenzen wurden ab 2025 deutlich angehoben. Laut IHK Deutschland gilt jetzt: Wenn dein Umsatz im Vorjahr unter €25.000 lag und dein erwarteter Umsatz im laufenden Jahr unter €100.000 bleibt, kommst du in Frage.
Für Creators bedeutet das konkret: keine 19% Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen, was deine Dienstleistungen für Endkunden günstiger macht. Du musst auch keine monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldungen einreichen. Der Nachteil: Vorsteuer auf deine Geschäftskosten (Laptop, Kamera, Software) kannst du nicht zurückfordern.
Was sind die neuen Umsatzgrenzen ab 2025?
Kurze Antwort: Die Grenze für das Vorjahr beträgt €25.000 (vorher €22.000), und die Grenze für das laufende Jahr liegt bei €100.000 (vorher €50.000).
| Aspekt | Bis 2024 | Ab 2025 |
|---|---|---|
| Umsatzgrenze Vorjahr | €22.000 | €25.000 |
| Erwarteter Umsatz laufendes Jahr | €50.000 | €100.000 |
| Umsatzsteuer auf Rechnungen | Nicht erforderlich | Nicht erforderlich |
| Vorsteuerabzug auf Einkäufe | Nicht möglich | Nicht möglich |
| Umsatzsteuervoranmeldung erforderlich | Nein | Nein |
| Einkommensteuer erforderlich | Ja | Ja |
| Gewerbesteuer möglich | Über €24.500 Gewinn | Über €24.500 Gewinn |
| EU-weit gültig | Nein | Ja (seit 2025) |
Wichtig: Laut Haufe Steuer Office zahlst du als Kleinunternehmer weiterhin Einkommensteuer auf deinen Gewinn. Die Befreiung gilt ausschließlich für die Umsatzsteuer.
Welche Steuern muss ein Kleinunternehmer trotzdem zahlen?
Kurze Antwort: Einkommensteuer immer, und Gewerbesteuer wenn dein Gewinn über €24.500 liegt.
Die Kleinunternehmerregelung ist keine vollständige Steuerbefreiung. Du bist nur von Umsatzsteuerpflichten befreit. Was du weiterhin zahlen musst:
- Einkommensteuer — Einkommensteuer auf deinen Nettogewinn, progressiver Tarif bis 45%
- Gewerbesteuer — Kommunale Gewerbesteuer, nur wenn dein Gewinn über €24.500 liegt
- Solidaritätszuschlag — Solidaritätszuschlag von 5,5% auf deine Einkommensteuer (für höhere Einkommen)
Für die meisten Creators mit bescheidenen Einkünften ist die Einkommensteuer die einzige relevante Steuer. Die Gewerbesteuer-Freigrenze von €24.500 Gewinn bedeutet, dass du ordentlich verdienen musst, bevor diese Steuer greift.
Szenarien pro Creator-Typ
Szenario 1: Startender Content Creator (€0–€10.000 Umsatz)
Du hast gerade mit YouTube oder Instagram angefangen und verdienst deine ersten Sponsoring-Deals. Die Kleinunternehmerregelung ist ideal: minimale Bürokratie, kein Umsatzsteuer-Stress, und du kannst dich auf Content-Erstellung konzentrieren. Du musst nur deine Einnahmen für die jährliche Einkommensteuererklärung dokumentieren.
Szenario 2: Nebenberuflicher Freelancer (€10.000–€20.000 Umsatz)
Du kombinierst einen Hauptjob mit freiberuflicher Arbeit als Grafikdesigner oder Texter. Mit der neuen €25.000-Grenze hast du noch Spielraum zum Wachsen ohne Umsatzsteuer-Bürokratie. Beachte: Wenn du viele Geschäftskosten hast (Hardware, Software), kann es vorteilhafter sein, doch Umsatzsteuer zu berechnen, damit du Vorsteuer zurückfordern kannst.
Szenario 3: Vollzeit-Creator mit wachsendem Umsatz (€20.000–€25.000)
Du bist nah an der Grenze. Plane voraus: Wenn du im November bereits bei €24.000 bist, musst du entscheiden, ob du Deals auf Januar verschiebst oder den Wechsel zur regulären Umsatzsteuerpflicht akzeptierst. Sei realistisch bezüglich deines Wachstumspfads — künstlich unter der Grenze zu bleiben, behindert dein Business.
Szenario 4: Österreichischer Creator mit deutschen Kunden
Du wohnst in Österreich, hast aber deutsche Geschäftskunden. Die deutsche Kleinunternehmerregelung gilt dann nicht — sie gilt nur für in Deutschland registrierte Unternehmer. Du folgst den österreichischen Umsatzsteuerregeln und wendest innergemeinschaftliche Lieferungen an, wo relevant. Seit 2025 gibt es allerdings eine EU-weite Kleinunternehmerregelung, die grenzüberschreitende Vereinfachungen ermöglicht.
Szenario 5: Creator, der über die Grenze wächst
Du hast €25.000 in 2024 überschritten. Ab diesem Moment bist du umsatzsteuerpflichtig und musst:
- 19% Umsatzsteuer auf alle Rechnungen berechnen
- Monatliche oder vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung einreichen
- Vorsteuer auf Geschäftskosten zurückfordern (das ist jetzt möglich)
5-Schritte-Checkliste: Kleinunternehmer werden
- Prüfe deinen Umsatz — War dein Umsatz letztes Jahr unter €25.000? Ist dein erwarteter Umsatz dieses Jahr unter €100.000? Beide müssen "ja" sein.
- Registriere dein Gewerbe — Melde dich beim Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung an. Kreuze explizit an, dass du die Kleinunternehmerregelung nutzen möchtest.
- Stelle deine Rechnungen korrekt aus — Weise keine Umsatzsteuerbeträge aus. Füge hinzu: "Kein Ausweis von Umsatzsteuer, da Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG."
- Behalte deinen Umsatz im Blick — Überwache monatlich, ob du auf Kurs bist, unter €25.000 zu bleiben. Nutze eine einfache Tabelle oder Buchhaltungstool.
- Reiche deine Einkommensteuererklärung ein — Jährlich bis zum 31. Juli (oder 28./29. Februar mit Steuerberater) deine Einkommensteuer erklären.
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Zweifelsfälle und Grenzfälle
Was wenn ich genau auf €25.000 lande?
Die Grenze ist "unter €25.000", also bedeutet exakt €25.000, dass du knapp drüber bist. Du verlierst den Kleinunternehmer-Status für das nächste Jahr. Plane deine Rechnungsstellung strategisch, wenn du nah dran bist.
Zählt Umsatz aus dem Ausland mit?
Ja, jeder Umsatz, den du mit deinem deutschen Unternehmen generierst, zählt, unabhängig davon, wo der Kunde sitzt. Sponsoring-Deals von amerikanischen Unternehmen, Affiliate-Einnahmen aus Österreich — alles zählt.
Was wenn ich mitten im Jahr starte?
Dein Umsatz wird auf ein volles Jahr hochgerechnet. Startest du im Juli mit €15.000 Umsatz bis Dezember, dann ist dein berechneter Jahresumsatz €30.000 — und du bist kein Kleinunternehmer.
Kann ich freiwillig Umsatzsteuer berechnen?
Ja, du kannst wählen, die Kleinunternehmerregelung nicht zu nutzen. Das ist sinnvoll, wenn du viele Geschäftskosten hast, auf die du Vorsteuer zurückfordern möchtest. Beachte: Diese Wahl bindet dich für mindestens fünf Jahre.
Was wenn ich die Grenze unerwartet überschreite?
Du musst dann ab dem Moment der Überschreitung Umsatzsteuer berechnen. Du verlierst den Kleinunternehmer-Status sofort. Informiere dein Finanzamt und passe deine Rechnungen an.
Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zur Information und ist keine Steuerberatung. Konsultiere einen Steuerberater für deine persönliche Situation.
Quellen
- All About Berlin — How being a Kleinunternehmer works
- § 19 UStG — Gesetzliche Grundlage der Kleinunternehmerregelung
- Haufe Steuer Office — Steuerliche Fachinformationen
- IHK Deutschland — Informationen für Gründer und Unternehmer
- Bundesministerium der Finanzen — Offizielle Steuerinformationen
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Kleinunternehmer?
Ein Kleinunternehmer ist ein kleiner Unternehmer in Deutschland, der aufgrund niedriger Umsätze keine Umsatzsteuer an Kunden berechnen muss. Die Regelung ist in § 19 UStG festgelegt.
Was ist die Kleinunternehmerregelung?
Die Kleinunternehmerregelung ist die deutsche Steuerregelung, die kleine Unternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit, wenn sie unter der Umsatzgrenze bleiben. Du musst keine Umsatzsteuer berechnen oder abführen.
Was ist Umsatzsteuer?
Umsatzsteuer ist die deutsche Mehrwertsteuer, standardmäßig 19% in Deutschland. Kleinunternehmer sind davon befreit.
Was ist die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer in 2025?
Die Grenze für das Vorjahr beträgt €25.000, und die Grenze für den erwarteten Umsatz im laufenden Jahr liegt bei €100.000. Beide Grenzen müssen eingehalten werden, um die Regelung nutzen zu dürfen.
Welche Steuern muss ein Kleinunternehmer zahlen?
Ein Kleinunternehmer zahlt Einkommensteuer auf den Gewinn, und möglicherweise Gewerbesteuer, wenn der Gewinn über €24.500 liegt. Nur die Umsatzsteuerpflicht entfällt.
Kann ich als österreichischer Creator die Kleinunternehmerregelung nutzen?
Nur wenn du ein in Deutschland registriertes Unternehmen hast. Wohnst du in Österreich mit nur österreichischer Gewerbeanmeldung, folgst du den österreichischen Umsatzsteuerregeln.
Was muss auf meiner Rechnung stehen als Kleinunternehmer?
Du weist keine Umsatzsteuerbeträge aus und fügst hinzu: "Kein Ausweis von Umsatzsteuer, da Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG." Das macht deutlich, warum keine Umsatzsteuer ausgewiesen ist.
Kann ich Vorsteuer zurückfordern als Kleinunternehmer?
Nein, wenn du die Kleinunternehmerregelung nutzt, kannst du keine Vorsteuer auf geschäftliche Einkäufe zurückfordern. Das ist der Nachteil der Regelung bei hohen Betriebskosten.
Was passiert, wenn ich die €25.000-Grenze überschreite?
Du verlierst sofort den Kleinunternehmer-Status und musst ab dem Moment der Überschreitung Umsatzsteuer berechnen. Informiere dein Finanzamt und passe deine Rechnungen an.
Ist die Kleinunternehmerregelung verpflichtend?
Nein, du kannst freiwillig wählen, doch Umsatzsteuer zu berechnen, selbst wenn du unter der Grenze bleibst. Das kann vorteilhaft sein, wenn du viele Betriebskosten hast. Die Wahl bindet dich für mindestens fünf Jahre.
Muss ich Umsatzsteuervoranmeldungen als Kleinunternehmer einreichen?
Nein, du musst keine Umsatzsteuervoranmeldung (periodische Umsatzsteuererklärung) einreichen. Du machst nur jährlich deine Einkommensteuererklärung.
Gilt die Kleinunternehmerregelung in ganz Europa?
Ab 2025 gibt es eine EU-weite Kleinunternehmerregelung, durch die du in anderen EU-Ländern von lokalen Befreiungen profitieren kannst. Die spezifischen Regeln unterscheiden sich je nach Land.
Fazit
Die erhöhten Kleinunternehmer-Grenzen ab 2025 geben deutschen Creators mehr Spielraum. Mit der €25.000-Umsatzgrenze und weniger Verwaltungsaufwand ist die Regelung attraktiv für jeden, der gerade startet oder nebenberuflich kreativ arbeitet. Sei aber realistisch: Wenn du schnell wächst, ist der Wechsel zur regulären Umsatzsteuerpflicht unvermeidlich — und nicht unbedingt schlecht.
Willst du dein Creator-Business professioneller aufstellen? Schau dir auch unseren Guide über Umsatzsteuer auf digitale Produkte in der EU an oder lies, wie du deine Buchhaltung als Creator einrichtest.
Geschrieben von Andreas, Founder von LinkDash.
Max
Content-Spezialist bei LinkDash
Max ist Content-Spezialist bei LinkDash mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Markt. Er schreibt über DSGVO-konforme Link-in-Bio-Strategien, Content-Marketing und wie europäische Creator ihr Publikum erreichen, ohne ihre Privatsphäre zu opfern.
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